Sie kennen diese typischen Gründerzeit-Backstein-Industriebauten des 19. Jahrhunderts, die bis auf wenige Exemplare "Modernen Zeiten" weichen mussten. In einer solchen - inzwischen denkmalgeschützten - "Ritterburg" befand sich in Karlsruhe die "Seldenecksche Brauerei". Man kann mehr als nur ahnen, dass es "vereinter Kräfte" bedurfte, ein solches Bauwerk nicht nur zu erhalten, sondern auch einer sinnvollen Funktion zuzuführen. Heraus kam das Kulturzentrum Tempel. 

Das seit 1984 bestehende, unabhängige soziokulturelle Zentrum, das vom Tempel e.V. als Initiator und Vermieter mit z. Zt. ca. 40 aktiven Mitgliedern getragen wird, bietet auf 4.600 Quadratmeter Nutzfläche Musikern und Bands, Bildenden Künstlern, Initiativen und Vereinen sowie Selbständigen und Gewerbetreibenden Arbeitsraum sowie auch einige Wohnungen.

 

In der Öffentlichkeit ist das Zentrum vor allem durch zahlreiche Veranstaltungen präsent, die regelmäßig auf dem Tempelgelände stattfinden. Mehr noch als Bühne wirkt der Tempel vor allem als "Brutstätte" für Kunst, Kultur und Soziales. Hier wird in Ateliers und auf Bühnen gearbeitet und geprobt. Hier gibt es die für Künstler und Kulturschaffende raren Räume vor dem großen Auftritt in der Öffentlichkeit. Und für Jugend-, Stadtteil- und Kulturvereine den Platz, ihr Engagement zu entwickeln.

Dank der finanziellen Hilfe der Stadt Karlsruhe und des Landes Baden-Württemberg für bauliche Sanierungsmaßnahmen gelingt es dem Tempel e.V. als Träger dieses Zentrums zunehmend besser, den Mietern und Kulturschaffenden gute Arbeitsbedingungen zur Verfügung zu stellen.

 

Der Förderverein Musentempel e.V., heimisch geworden im ehemaligen Krempeltempel des Kulturzentrums Tempel, hat dem Piano-Podium Karlsruhe e.V. und dem Landesverband Baden-Württemberg Deutscher Tonkünstler und Musiklehrer e.V. Region Karlsruhe mit dem Musentempel ein gemeinsames Zentrum geschaffen, in dem Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zum gemeinsamen Musizieren gegeben wird. Neben Schüler- und Lehrerkonzerten gibt es Seminare und Kurse, Vorträge und szenische Aufführungen. Neben den Versammlungen der beiden Vereine wird der Saal auch als Aufnahmen-, Unterrichts- und Probenraum genutzt, auch bei Jubiläen oder Geburtstagsfesten hat er sich bestens bewährt.

 

Der Umbau, durchgeführt vom Architekturbüro Regierungsbaumeister Roger Strauss, hat den Industrieraum in ein Schmuckkästchen verwandelt, dessen Atmosphäre von allen Besuchern genossen wird.

 

Die ursprüngliche Anlage war eine Brauerei, die Prinz Wilhelm Ludwig (1731-1788), ein Bruder des in Karlsruhe regierenden Markgrafen von Baden Karl Friedrich, 1770 gegründete. Durch die Nobilitierung seiner Frau zur Freifrau von Seldeneck wude daraus die Freiherrliche Seldenecksche Brauerei.

 

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